Geschichtliches

Bereits zu Zeiten Hippokrates (ca. 460-370 v. Chr.) und Paracelsus (1493-1541) fanden gewisse Züge des Ähnlichkeitsprinzips Erwähnung. Doch erst der deutsche Arzt und Pharmazeut Dr. Samuel Hahnemann (1755-1843) entwickelte vor über 200 Jahren auf Grundlage dieses Naturgesetzes ein vollständiges Therapieverfahren und gilt somit als Begründer der Homöopathie.

Am 10. April 1755 wurde Christian Friedrich Samuel Hahnemann als Sohn eines Porzellanmalers in Meißen geboren. Er wuchs in verarmten Verhältnissen auf, doch seine außerordentliche Begabung und Wissbegierigkeit ermöglichten ihm ein Stipendium an der Fürstenschule St. Afra in Meißen und er konnte ab 1775 in Leipzig und später auch in Wien Medizin studieren.
Nachdem Hahnemann 1779 sein Medizinstudium in Erlangen mit der Promotion abschloss, übte er zunächst in vielen Kleinstädten den Beruf des Arztes aus. Doch schon bald stellte er fest, dass ihn diese Tätigkeit nicht zufrieden stellen konnte, da mit den damaligen Behandlungsmethoden den Menschen mehr geschadet als geholfen werden konnte.
In den darauf folgenden Jahren verdiente sich Hahnemann, der neben seiner Muttersprache Deutsch noch sieben weitere Sprachen beherrschte, seinen Lebensunterhalt als Übersetzer vorwiegend medizinischer Schriften, sowie als Chemiker mit Veröffentlichungen eigener wissenschaftlicher Werke zur Chemie.

Während der Übersetzung von William Cullens Materia Medica stieß Hahnemann 1790 auf dessen Aussage, Chinarinde sei aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe bei Malaria wirksam. Diese These anzweifelnd, führte Hahnemann einen Selbstversuch durch. Als gesunder Mensch nahm er über mehrere Tage Chinarinde ein und entwickelte hierauf die Symptome des Malariafiebers. Nach Absetzen der Arznei verschwanden die Symptome wieder.
Die daraus folgernde Überlegung Hahnemanns, dass Chinarinde nur deshalb Wechselfieber zu heilen vermag, weil sie beim Gesunden ähnliche Symptome hervorrufen kann, führte ihn zu der Theorie, Ähnliches mit Ähnlichem heilen zu können. So prüfte Hahnemann in den kommenden Jahren weitere Arzneien an sich, seiner Familie und seinen Schülern.

1796 veröffentlichte er in Hufelands Journal der practischen Arzneykunde und Wundarzneykunst zum ersten Mal seine Forschungsergebnisse unter Formulierung des Ähnlichkeitsprinzips Similia similibus (Ähnliches mit Ähnlichem).
1810 erscheint die erste Auflage des Organon der rationellen Heilkunde (ab der zweiten Auflage genannt Organon der Heilkunst), welches mit Hahnemanns Ausführungen der homöopathischen Lehre das Grundlagenwerk der Homöopathie darstellt.

Bis zu seinem Tod am 02. Juli 1843 in Paris entwickelte Hahnemann seine Methode ständig weiter. Neben diversen Vorlesungen und Vorträgen schuf er außerdem die Bände der Reinen Arzneimittellehre, das Werk Die chronischen Krankheiten und insgesamt 6 Auflagen des Organons.